Die Geschichte zu einem Obdachlosen im Ort (Zeitraum Oktober 2015)

Damals am Abend hat in der einheimischen Facebook Schwarzes Brett – Gruppe eine Frau namens Maria um Hilfe gebeten, weil sie einen Obdachlosen immer wieder sieht, auf einer Metallbank hinter einem Fachmarkt, Mitleid mit ihm hatte, ihm eine Decke gebracht und Essen immer wieder.

Laut seiner Schilderung lebt er seit 12 Monaten im Wald. Möglicherweise hatte ich ihn deshalb nie auf der Bank gesehen, an der ich oft vorbeikam, nur Reste, dass sich dort jemand oft aufhält. Zeitungen und Verpackungsmaterial.

Ich habe noch per PN dann Maria Tipps gegeben, an wen sie sich wenden kann, um ihm zu helfen, soziale Einrichtungen. Habe ihr aber auch meine Bedenken geschildert. Nicht alle, die bedürftig wirken sind harmlos und sie sollte sich keinesfalls ohne offizielle Hilfe zu sehr um ihn kümmern.

Es gab noch viele Bürger von hier die sich eingeschaltet haben, Maria war bei der Gemeinde und den anderen Stellen, die ich ihr nannte und jetzt schaut es sogar gut aus, dass er zumindest über den Winter eine Unterkunft
bekommt.

Zwar ist dies keine Dauerlösung, und macht das Grundproblem nicht weg, warum Menschen so aus der Gesellschaft wegbrechen oder gebrochen werden, ich habe mich lange mit dem Thema früher beschäftigt, teilweise wollen sie ja lieber als Outlaw sterben, als in die normale Gesellschaft zurückzukehren. Dafür gibt es mannigfaltige Gründe. Aber sowas kann sehr
schnell passieren es kann jeden treffen. Und ich stelle mir es nicht schön vor, im Wald schlafen zu müssen und auf Betteln angewiesen zu sein oder Mülltonnen nach Essbarem zu durchwühlen und immer alleine.

Weil es gibt hier – Gott sei Dank und hoffentlich noch lange keine Obdachlosen-szene wie in Nürnberg, wo sie gemeinsam frieren, saufen, aber wenigsten unter Gleichgesinnten sein können.

Ich bin echt tief berührt, dass es noch Menschen gibt, die sich den Armen so annehmen. Und er ist jetzt zumindest unter Beobachtung und Maria auch nicht mit dem ganzen allein. Heute brachte sie ihm wieder warmes Essen. Ich dachte es wird gut.

Aber Folgendes passierte dann:

Der Obdachlose – wie ich ja schon befürchtet hatte – wollte auf dem angebotetenen Weg nicht zurück in die Gesellschaft.

Maria hatte aufgegeben, sie kümmert sich jetzt lieber mehr um ihre Kinder, die Behörden zeigten nicht wirklich Engagement. Ich weiss auch nicht inwieweit das wirklich möglich ist.

Als ich dann bei Mama im Altenheim zu Besuch war, die Bank hinterm OBI ist ja gleich ums Eck, wollte ich nach ihm sehen, er war nicht da. Nur seine Spuren. Zeitungen auf der Bank, Bierflaschen und Abfall und Plastikhülsen immer noch, von etwas wo ich gar nicht wissen wollte was es ist.

Er wurde auch nie mehr gesehen. Es wurde vermutet, er ging den Weg zum Pegnitzgrund hinab, dort habe ich dann auch oft erfolglos gesucht. Ich denke er verschwand dort in einer Welt die ihm am nähesten war.

Möge G*tt ihn schützen … auch wenn das schon 5 Jahre her ist.

Es kam dann etwas, was mich tieftraurig machte: Bald nach dem Verschwinden des Obdachlosen wurde die Bank abmontiert, so als wolle man auf technisch pragmatischem Wege die Wiederholung eines solchen Falles prophylaktisch verhindern.

 

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