Kategorie-Archiv: Nachdenkliches

Die Trauerweide

Ein Schlafversuch
zu gequält ist meine Seele um
Wolkenträume zu haben
leicht und friedvoll

ich falle hinab
doch mein Körper ist elektrisiert
es ist mir heiss und eiskalt
eine Hand zuckt

und dann sehe ich
die Trauerweide
unter der ich schlief als Kind
unter ihrer lindgrünen Blätterdecke

herausgerissen der Stamm die Blätter verdorrt
sie ist nicht mehr

Nur noch in meinem Herzen

09 Dezember 2011

Draussen – für Trakl, Schumann und Brahms

Das Lied der Nachtigall ist stumm
und doch hör ich sie in meinen Träumen
Regentropfen nähren Blumen und das Gras
neues Moos
der Winter und die alten schlimmen Sachen
schwemmen zu Gaia in den Boden
die weise Göttin hält
all das Leid in Händen
wie der alte weise Baum
der sturmgeprüft
Jahr um Tag da draussen steht
in eisesglut und hitzeskälte
weil er Bote der Schöpfung ist

Die Nacht ist so tröstlich denn
es ist so leise
kein Auto. kein Weinen
die Silberpappeln singen im Wind
husch husch
hinter den Wolken schaut der Mond nach den Fischen im Teich
ein Mäuschen trappst im Wald
ein kleines Käuzchen raschelt im Nest
gluggs
ein Frosch dreht sich im Schilf
Eidechsen schauen schon nach den ersten Sonnenstrahlen

16 April 2012

Zeit tick tock

Alles hat seine Zeit,
sie läuft mit tok tok morgens aufstehen arbeit
die Zeit der Liebe,
ja was ist Liebe tok tok
Sinn suchen?
der Freude und des Glücks
tok tok
Gänseblümchen Kerzenlicht Worte von nahestehenden Menschen?
tok tok
die Zeit der Sorgen und des Leids.
Es ist vorbei. Die Liebe bleibt.
Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes und der Trauer,
aber auch eine Zeit der dankbaren Erinnerung.
Alles Wachsen ist ein Sterben,
jedes Werden ein Vergehen.
Alles Lassen ein Erleben,
jeder Tod ein Auferstehn.

(Tagore)